God's Trigger - Vier Fäuste gegen die Apokalypse – Pixelburg
God's Trigger

God’s Trigger – Vier Fäuste gegen die Apokalypse

Ungleiche Duos sind in der bunten Welt der Videospiele nicht selten gesehen. Das auf der Gamescom 2017 angekündigte God’s Trigger aus dem Hause Techland bietet nicht nur zünftiges Gameplay im Stil und Schwierigkeitsgrad von Hotline Miami, sondern auch ein ungewöhnliches Protagonisten-Gespann. Nathi, Dennis und Tim konnten sich den Titel auf der Messe etwas genauer ansehen. 

Die Reiter kommen

Unsere Feinde in God’s Trigger sind niemand geringeres als die vier apokalyptischen Reiter selbst. Diese drohen, die Welt in den Untergang zu reißen, was die Protagonisten Harry und Judy nicht so einfach geschehen lassen können und wollen. Der Clou hierbei besteht darin, dass es sich bei unseren beiden Kriegern um einen Engel und eine Dämonin handelt, die aus mysteriösen Gründen gemeinsame Sache machen. Die genauen Motive sind aktuell jedoch unbekannt, lediglich dass die Beiden in ihrer jeweiligen Heimat etwas wieder gutzumachen haben ist bekannt. 

God's Trigger

Das Element der Überraschung ist von immensem Vorteil.

Durch die vorgegebene Geschichte mit dem doppelten Heldengespann kann God’s Trigger komplett im Koop-Modus durchgespielt werden. Hierbei teilen sich die Spieler einen Bildschirm, zu sich weit voneinander entfernen ist nicht möglich. Gespielt werden kann der kooperative Modus sowohl lokal als auch online. All jene, die lieber alleine schnetzeln, können den Titel natürlich auch alleine durchzocken. Es ist jederzeit möglich, zwischen Harry und Judy zu wechseln, da an gewissen Stellen die jeweiligen Fähigkeiten der Protagonisten nötig werden. Jedoch betonen die Entwickler, dass God’s Trigger im Singleplayer deutlich schwerer wird, da die auftretenden Gegnermaßen nicht reduziert werden und somit ein einzelner Spieler die Arbeit von zwei verrichten muss. 

Brutal schnell

God’s Trigger ist ein sehr schnelles Spiel. Ganz im Stile klassischer Top-Down-Twin-Stick-Shooter gilt es einen mit Gegnern gefüllten Raum nach dem anderen zu säubern, meist dauert dieser Vorgang nur weniger Sekunden. Jedoch sind Treffsicherheit und gute Reflexe oberstes Gebot, sobald wir selbst einen Treffer kassieren darf der aktuelle Abschnitt erneut versucht werden. Zwischen unserem virtuellen Ableben und dem nächsten Anlauf gibt es glücklicherweise quasi keine Ladezeiten, weshalb ein angenehm treibender Flow entsteht, der uns von Raum zu Raum treibt. Jedoch ist auch ein gewisses Maß an Frusttoleranz nötig, denn God’s Trigger ist alles andere als leicht. Das ohnehin schon schnelle Ableben wird durch die bisweilen arg unübersichtlichen Räume, speziell wenn gerade ein größeres Gefecht entbrennt, nur noch beschleunigt. 

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Das Combo-Meter füllt sich, die Übersicht verliert sich.

Zu Beginn haben wir lediglich die Standard-Waffen unserer ungleichen Helden zur Verfügung. Harry setzt auf sein Schwert, mit dem die unglücklichen Feinde kunstvoll filetiert werden, während Judy auf eine Ketten-Peitsche setzt, die über eine höhere Reichweite verfügt. Jedoch lassen erlegte Gegner nur zu gerne ihre Utensilien fallen, weshalb es nicht lange dauert, bis auch wir Zugriff auf Pistolen, Gewehre, Baseballschläger, Stahlrohre oder Schrotflinten haben. Jedoch gilt es hier speziell bei den Schusswaffen zu beachten, das wir keine neue Munition aufnehmen können. Ist der Schießprügel einmal leer gilt es, schnell einen neuen zu finden. In der Zwischenzeit können wir jedoch jederzeit mit unserer Standard-Waffe attackieren. Dies funktioniert über den linken Trigger, während der Rechte für das aktuell aufgenommene Tötungswerkzeug zuständig ist.

Während wir uns durch die Spielwelt meucheln, stets unsere Mission, die Reiter aufzuhalten, im Sinn, können wir durch schnelle Tötungsfolgen auch unser Combo-Meter füllen. Dies hat nicht nur den Effekt, dass wir uns in unserem Skill bestätigt fühlen, auch die Spezial-Leiste füllt sich so. Je nach gespieltem Charakter können wir, sobald diese voll ist, eine Spezialfähigkeit entfesseln. Während Harry per Knopfdruck einen Schild herbei beschwört, kann Judy einen Orb abfeuern, der alle in der Nähe befindlichen Feinde zu sich zieht. So können schön taktische Manöver ausgespielt werden, um auch stressige Situationen möglichst effektiv lösen zu können. Auch ein Level-System wird geboten, synchrone Kills oder schnelle Abfolgen werden mit zusätzlichen Erfahrungspunkten belohnt. Wie genau sich ein Fortschreiten jedoch auswirkt war aus der Demo bisher nicht ersichtlich.

Ansehnliche Optik bei fadem Sound

Rein optisch holt God’s Trigger aus dem Genre heraus, was eben so möglich ist. Im Gegensatz zur Pixeloptik von Hotline Miami erwarten uns 3D-Charaktere, auch die Partikeleffekte können sich sehen lassen. Tatsächlich besonders schön anzusehen ist der Effekt, den das in Strömen fließende Pixelblut auf unsere Umgebung hat. Innerhalb kürzester Zeit verfärbt dieses die Spielwelt tiefrot, was dem Titel einen eigenen, dreckigen Look verleiht, der durch die leichte Cartoon-Optik wunderschön anzusehen ist. 

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Innerhalb kürzester Zeit füllen sich die Areale in schönstem Rot.

Nicht ganz so gut kommt der Sound daher. Während die Schuss- und Schrei-Geräusche einigermaßen authentisch klingen ist die musikalische Untermalung etwas unspektakulär, speziell verglichen mit Hotline Miami. Uns erwarten dröge Gitarrenklänge, die weder den Spielfluss antreiben, noch sonderlich bombastisch daher kommen. Hier bleibt zu hoffen, dass bis zum Release noch etwas getan wird.

Ordentliche Action für frustresistente Coop-Fans

God’s Trigger macht viel richtig und dürfte vor allem Coop-Spielern eine Menge Freude bereiten. Das knackige Gameplay ist on point und die Möglichkeit, den gesamten Titel gemeinsam auf der Couch durchzurocken schreit nur so nach spaßigen Spiele-Abenden. Abstriche könnte der Fokus auf kooperatives Gameplay für Einzelspieler bedeuten, alleine schon aufgrund des so erhöhten Schwierigkeitsgrades. Jedoch sollten sich auch Zweiergespanne, die mit schweren Titeln so ihre Probleme haben, gut überlegen, ob God’s Trigger das richtige für sie ist. 

Erscheinen soll der Titel im Frühjahr 2018 für den PC, die PS4 sowie die Xbox One.