AER – Memories of Old: Hands on Demo auf der gamescom 2017 – Pixelburg

AER – Memories of Old: Hands on Demo auf der gamescom 2017

Daedalic Entertainment – der Stand des für mich einzig wahren Adventuregames-Publisher der heutigen Zeit, ist für mich jedes Jahr ein MUST auf meiner ganz persönlichen gamescom To-Do. So führte mich mein Weg natürlich auch dieses Jahr wieder dorthin, um zwei neue Babys des Hamburger Studios anzusehen. Eines davon ist AER – ein Abenteuer Erkundungsspiel, das in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Entwicklerteam Forgotten Key entstanden ist. Fans dieses Genres sind mit der Art „Entspannungs-Stimmung“ des Games schon aus Spielen wie Flower, Journey oder auch Bound vertraut, das jetzt neu auf dem Markt erschienen ist. 

Shape Shifting meets Aesthetics

Shape Shifter. Den Begriff kennt man ja eigentlich nur aus Horrorserien oder ähnlichem; fiese Dämonen, die sich in jeglichen Menschen verwandeln können und man sich daher nie sicher sein kann, hinter welchem Gesicht sich in Wahrheit der sichere Tod befindet. In AER ist das nicht so. Die Hauptfigur Auk ist ein Shape Shifter der freundlichen Art, sie kann sich in einen Vogel verwandeln und auf dem Luftweg ihre Umgebung erkunden. Die Steuerung ist hierbei ein wenig gewöhnungsbedürftig. Nicht nur X- und Y-Achsen waren für mich in der gamescom-Demo vertauscht, der Vogel reagierte auch ziemlich sensibel auf die Stickbewegungen. Grundsätzlich ja sicherlich eine gute Sache – für mich ein bisschen schwierig. Alles aber sicherlich einfach eine Sache der Übung.

Sich als Vogel über die Karte bewegen zu können hat wirklich sehr viel Schönes. Es geht nicht nur wahnsinnig schnell und ist, zugegeben, auch die einzige Möglichkeit, wie man die vielen, auseinander liegenden Inseln erreichen kann, nein – es ist auch unfassbar entspannend. Durch die wunderschöne Optik des Games und das sanfte Gleiten der Schwingen von Vogel-Auk, kommt eine tiefe, innere Ruhe auf. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dieses Game nach Feierabend anzuwerfen, wenn ich mich auf meiner Couch bei einem ästhetisch schönen Spiel ein bisschen entspannen möchte.

Wunderschöne Grafik mit Liebe zum Detail

Das Abenteuer von Auk spielt sich in einer Welt voll fliegender Inseln ab, die die Protagonistin als Mensch und als Vogel erkunden kann. Sie trifft dort auf sprechende Tiere, Menschen ihrer Art und Schatten aus vergangenen Zeiten, die ihr die Geschichte ihrer Vorfahren erzählen. Die wunderbar fantastische narrative Stimmung wird durch eine sehr farbenfrohe, intensive Low-Poly-Optik abgerundet. Dadurch entsteht eine ganz besondere Atmosphäre, die gleichzeitig sowohl stimuliert als auch entspannt. Sehr faszinierend. Hat mir persönlich auf Anhieb wunderbar gefallen.

Rätsel etwas leicht

Klar, in der 20-minütigen Demo konnte ich mit Sicherheit nicht den vollen Umfang an Rätselspaß erfassen, den AER dem Spieler bietet. Dennoch kamen mir die von mir gesehenen „Rätsel“ doch etwas arg einfach vor. Ich setze das Wort bewusst in Anführungsstriche, denn einige davon waren gar keine richtigen. Da ging es vielmehr um „Insel finden – Laterne anzünden“. Tatsächlich erwischte ich mich dabei, wie ich das Licht entfachte und dann da stand und wartete. Würde sich ein Schrein öffnen? Würde eine Figur erscheinen und mir eine Frage stellen? Wo bleibt denn jetzt die versteckte Wand, die sich dreht und das Rätsel freigibt? Nichts passierte. Stattdessen hatte ich durch das Entzünden des Lichts einen Wasserfall aktiviert, musste auf einer anderen Insel noch mal das selbe machen und konnte dann durch das Tor laufen, das sich zwischen den zwei offenbarten Wasserfällen öffnete. Hm. Nicht ganz das, was ich erwartet hatte, aber gut.

Auch im Inneren des nun betretenen „Tempels“ ließ mich das dort aufzufindende Rätsel erneut eher kalt. Ich denke, länger als eine Minute habe ich nicht gebraucht, um die nächste Tür zu öffnen. Also auch hier wieder eher ein Rätselspaß der kürzeren Art. Wie gesagt, der erste Eindruck ist vielleicht nicht repräsentativ für das ganze Game – ich kann daher eigentlich nur hoffen, dass die Rätsel im Verlauf noch etwas kniffliger werden. Zumindest für jeden von euch, der genauso ein Rätselfan wie ich ist.

Fazit

Ich denke, man kann grundsätzlich guten Gewissens behaupten, dass Daedalic mit AER einen runden Adventure-Titel zum Genießen entwickelt hat. Die Optik ist toll, das Gameplay einfach und die Rätsel genau das Richtige für eher ruhig mäandernde Gehirnschwingungen. Es macht sehr viel Spaß, als Vogel durch die Lüfte zu düsen und dabei auch ruhig mal den ein oder anderen Sturzflug zu wagen. Für Fans des Genres ist AER definitiv einen Blick wert.

AER erscheint im Oktober 2017 für PlayStation®4, Xbox One™, PC, Mac und Linux