Robin Hood trifft KI – Volume

Mike Bithell, den Macher von Volume kennt man bereits von seinem vorherigen Indie-Hit Thomas Was Alone. Dieses Spiel hatte etwas besonderes an sich. Zwar war das Gameplay nur das eines simplen Puzzle-Plattformers, jedoch machte das Zusammenspiel von simpler Grafik, griffiger Userführung, Musik, Story und Synchro das Spiel zu einem ganzheitlichen Erlebnis. Mit Volume gehen Bithell und sein Team einen Schritt weiter.

Story

Die Grundthematik der künstlichen Intelligenz ist auch in Mike Bithells neuem Spiel zu finden.

In Volume spielt man als Rob Locksley, eine Art Robin Hood der paralllel-universischen Zukunft, der sich besonders in der Fähigkeit des Hackens, Schleichens und Stehlens zuhause fühlt.

Er hat den Auftrag ein Gerät aus dem Technologie-Konzern Gisborne Industries zu stehlen das auf den Namen Volume hört. Dieses Gerät soll essentieller Bestandteil eines militärischen Putsches sein, den es zu verhindern gilt.

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Eine weitere Besonderheit – Volume hat ein Bewusstsein. In Form von Alan, der künstlichen Intelligenz die einen im direkten Dialog mit Locksley durch die Geschichte des Spiel begleitet.

Während die beiden also gemeinsam durch den Bürokomplex schleichen, erfährt der Spieler immer mehr über Locksleys Motivation, seine Zweitexistenz als Let’s Player, Alans programmierte Persönlichkeit und vorallem über Guy Gisborne, den Gründer und CEO der Firma, der anscheinend die Herrschaft über England ergriffen hat.

Gameplay

Volume ist ein StealthSpiel aus einer isometrischen Perspektive. In über 100 Leveln soll Locksley nun schleichen, sich ducken, Daten sammeln und wieder verschwinden. Das Gebäude ist jedoch von KIWachen abgesichert, die umgangen werden müssen.

Dafür gibt es verschiedene Wege. Entweder man bleibt in den Schatten und außer Sichtweite, die sich durch die klare grafische Benutzerführung zweifelsfrei einschätzen lässt, oder man nutzt Gadgets und Ablenkungen um auch ohne direkte Deckung von A nach B zu kommen.

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Die Zahl der möglichen Hindernisse ist hoch. Die Wachen bewegen sich mal schneller und mal langsamer, haben eine geringere oder weitreichendere Sicht. Es gibt normale Pawns, aber auch Geschütztürme, Hunde oder Scharfschützen die einem das Leben erschweren können.

Locksley ist dabei in der Lage in Deckung zu gehen, sich hinter Türen zu verstecken, zur Ablenkung zu pfeifen oder eines der zahlreichen Gadgets zu benutzen. Dazu zählen der Bugle, der nach dem Werfen von den Wänden abprallt und bei der Landung ein verdächtiges Geräusch macht, der Mute, der alle Bewegungen für eine kurze Zeit lautlos von statten gehen lässt oder auch das Oddity, das so wunderlich aussieht, dass jede Wache es erst einmal begeistert in Augenschein nehmen muss.

Die Bewegung und die Abläufe in Volume sind erstaunlich klar und intuitiv. Die Bewegungsmuster der Wachen und des Spielcharakters lassen den Spieler schnell lernen, in welchen Intervallen Bewegungen sinnvoll sind und in welchen nicht.

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Ein Negativpunkt des Level-Designs sind die Checkpoints. Oftmals erreicht man diese auch auf der Flucht, nachdem man entdeckt wurde. Erledigt einen die Wache dann, startet das Spiel vom letzten Checkpoint erneut. Das Hindernis ist überwunden, obwohl die Aktion ein Fehlschlag war. Hier könnte man natürlich auch die gute Zugänglichkeit des Spieles loben, mir wäre ein härteres Durchgreifen gegen meine Schummeleien aber lieber gewesen.

Zu dem Ziel, alle Daten aus einem Level zu stehlen, kommt ein Zeitaspekt, der Volume einen kompetitiven Aspekt gibt, der abseits der Storyline für Motivation sorgt.

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Die Durchschnittszeit aller anderen Spieler für das Level? Die muss man ja wohl unterbieten können. Und außerdem möchte man eh an der Spitze der Weltrangliste für dieses Labyrinth stehen.

Schluss

Das Voice-Casting und die Dialoge von Volume sind grandios. Die Sprecher Charlie McDonnell (Locksley), Danny Wallace (Alan) und Oscar-Preisträger Andy Serkis (Gisborne) geben der Story das richtige Ambiente. Der britische Wortwitz von Bithell trieft förmlich aus jedem Satz und die subtile Sidestory via auffindbarer Daten-Reste (Emails, Suchhistorie, Browserverlauf von ehemaligen Mitarbeitern) geht ans Herz.

Ich hatte eine schöne Zeit mit Volume, wollte immer noch eine Runde weiter spielen und habe mich in die Charaktere verguckt. Das Gameplay hat begeistert und ich bin gespannt, was die Community mit der Zeit noch aus dem Level-Editor herausholt.

Volume ist für mich das Spiel des Monats. Jedoch ist das nicht meine Entscheidung, sondern eure!

Volume ist seit dem 18. August 2015 auf Steam und im Playstation Store erhältlich.

Stimmt ab für das Spiel des Monats!

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