Roboter, die Counterstrike spielen – Heavy Gear Assault

Das Entwicklerstudio Stompy Bot lud mich auf der Gamescom an ihren Stand ein, um dort ihren Mech-Shooter Heavy Gear Assault zu präsentieren. Auch selbst in’s Cockpit springen war möglich, wie meine Erfahrungen mit dem Early-Access-Titel liefen könnt ihr nachfolgend erfahren. Zudem werde ich klären, warum die Entwickler ihr Werk als eine Mischung aus Counterstrike und Forza beschreiben.

Heavy Gear Assault will spirituell eine Serie fortführen, die seit 1999 keinen neuen Titel mehr erhalten hat. Basierend auf einem Tabletop-Spiel, das seit 1994 vom kanadischen Studio Dream Pod 9 vertrieben wird, lagen die Rechte für Videospiele über ein Jahrzehnt brach, nachdem Activision diese verfallen lies. Das Studio Stompy Bot sicherte sich 2012 schließlich das Recht, einen Titel unter der (un)beliebten Lizenz zu entwickeln.

Unseren Roboter können wir frei nach unserem Geschmack gestalten.

Unseren Roboter können wir frei nach unserem Geschmack gestalten.

Prinzipiell handelt es sich bei Heavy Gear Assault um einen klassischen Mech-Shooter, wir können zwischen verschiedenen Typen von Stahlkolossen wählen und diese durch Lackierungen und Aufklebern frei nach unserem Geschmack anpassen. Bereits hier soll der starke E-Sport-Gedanke hinter dem Titel einsetzen, die Designs unserer Roboter können gespeichert und mit unserem Clan geteilt werden, so dass unser Team als optisch identische Einheit auftritt. Übrigens sollen die optischen Anpassungen komplett ohne Extrakosten verfügbar sein.

Sobald wir aus den aktuell sechs verfügbaren Gears unseren Favoriten gewählt und diesen angepasst haben sind wir quasi auch schon bereit das Schlachtfeld zu entern. Gespielt werden können aktuell die Modi Deathmatch und eine Art Herrschaft, in den kommenden Modulen soll aber für mehr Abwechslung gesorgt werden. Wer von Shootern wie Call of Duty oder Battlefield kommt dürfte einiges an Umgewöhnung brauchen, bis die Steuerung flutscht. Dadurch dass wir einen Mech spielen, bewegen sich Ober- und Unterkörper unabhängig voneinander, mehr wie bei einem Panzer bei einem Soldaten. Zudem verfügt der Mech über zwei verschiedene Bewegungsmodi, normales Laufen sowie an den Füßen integrierte Rollen, die uns zwar weniger wendig, dafür aber deutlich schneller machen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit bewegen wir uns dann über die Schlachtfelder, als hätten wir nie etwas anderes getan.

Unseren Feinden Rücken wir mit allerlei Schießprügeln auf die Pelle, von Maschinengewehren über Laserkanonen bis hin zu Raketenwerfern wird uns alles geboten, was das Pilotenherz begehrt. Sehr gut gemacht ist auch das Schadensmodell, es ist prinzipiell möglich jeden Körperteil der Feinde abzuschießen. Wir wollen sein Bein am Oberschenkel abtrennen? Kein Problem! Sein Brustpanzer steht offen und wir wollen den Piloten durch einen gezielten Schuss ausschalten, um den Mech bewegungsunfähig zu machen? Geht klar! So lassen sich die Gegner taktisch lahm legen, ohne ihnen direkt das Licht auszuknipsen.

Wo wir gerade beim Piloten waren, diesen können wir aktuell nur innerhalb unseres Hangars frei steuern. Allerdings sind für die Zukunft verschiedenste Modi geplant, in denen bestimmte Ziele nur mit unserem menschlichen Charakter geschafft werden können. Diese Einsätze wird es sowohl im Multiplayer als auch im Singleplayer geben. Heavy Gear Assault legt ganz klar den Fokus auf Mehrspieler, für die Solisten unter uns soll aber auch eine brauchbare Kampagne integriert werden.

Heavy-Gear-HUD

Die Technik ist aktuell maximal zweckmäßig, soll aber stetig überarbeitet werden.

Heavy Gear Assault macht bereits in der Alpha einen anständigen Eindruck. Allerdings ist die verwendete Unreal Engine 4 nur teilweise zu sehen, was vor allem im Anbetracht der Tatsache ein wenig ärgerlich ist, dass die Entwickler als eines der ersten Studios überhaupt Zugriff auf diese hatten. Spannend wird ganz allgemein die Zukunft des Titels im E-Sport-Sektor. Durch namhafte Partner wie Epic, NVidia, Mad Catz, Razer konnte bereits ein erstes Turnier organisiert werden, um den Start der Early-Access-Phase zu feiern, weitere sollen folgen.

Heavy Gear Assault kann in verschiedenen Packages gekauft werden, zum Spielen wird eines der „Main Game Packs“ benötigt. Hier haben wir die Wahl zwischen folgenden Inhalten:

  • Competitor Pack (39,95 Dollar) :
    • 2 Gears
    • 150.000 TEC (Terra Novan Economic Credits)
  • Veteran Pack (59,95 Dollar) :
    • 4 Gears
    • 250.000 TEC
  • Ace Pack (99,95 Dollar) :
    • 6 Gears
    • 500.000 TEC
    • Server Pack

Zwar lassen sich alle Gears auch mit Ingame-Währung kaufen, trotzdem bleibt ob der Möglichkeit, diese durch Echtgeld schneller zu erhalten ein fahler Beigeschmack, zumal ich nicht genau sagen kann, wie viel für eine Blaupause gegrindet werden muss. Für Freunde von Mech-Spielen oder allgemein E-Sport-Begeisterten könnte Heavy Gear Assault jedoch auf jeden Fall einen Blick wert sein, zumal eine hohe Lebensdauer angestrebt wird, um sich dauerhaft in der kompetitiven Szene zu platzieren.