Elite: Dangerous – Mein Ersteindruck der Beta

https://www.youtube.com/watch?v=ISR4ebdGlOk

Der Weltraum, unendliche Weiten, dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Pixelprise, das mit seinem Captain …. WHOA! … HUCH! … OHA! …. NEIIIIIVERDAMMT!

So ungefähr sah mein Start in die aktuelle Betaphase der Weltraumsimulation Elite: Dangerous aus, genauer gesagt mein erster Landeanflug in das Dock einer Raumstation.

Elite: Dangerous ist der über Kickstarter finanzierte, aktuellste Teil der berühmten Elite Serie, die gerade ihren 30. Geburtstag feiert. Das britische Entwicklerstudio Frontier Developments arbeitet unter der Führung von Serienschöpfer David Braben hart daran mit dem Titel einen würdigen Konkurrenten zum kommenden Genre-Giganten Star Citizen zu kreieren.

Der Grundstein hierfür ist bereits gelegt, denn zur Zeit befindet sich das Spiel in der ersten Betaphase. Diese umfasst 55 der geplanten 400 Milliarden Sternensyteme, die in der finalen Version von Spielern bereist werden können. Außerdem sind mehrere Schiffstypen verfügbar, die sich entweder zum Handel oder zum Kampf eignen. Fans, die das Spiel für 40€ vorbestellen und nochmal 20€ obendrauf legen, bekommen sofortigen Betazugang und erhalten außerdem ein Upgrade auf die frisch angekündigte Mercenary Edition, die unter anderem besondere Schiffsanstriche und ein digitales Artbook enthält.

podcastteaser

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Als langjähriger Science Fiction Veteran konnte ich mich natürlich nicht zurückhalten und musste einfach einen Blick auf dieses Spiel werfen. Nach dem Intro fiel mir die erste Besonderheit gleich im Hauptmenü auf, denn Elite: Dangerous lässt sich entweder als Einzelspielertitel oder MMORPG mit Tausenden von anderen Piloten spielen. Beide Modi überlassen dem Spieler dabei die vollkommene Entscheidungsfreiheit über sein Schicksal. Es gibt keine Kampagne, lediglich Hintergrundinformationen über Fraktionen, Planeten und bestimmte Ereignisse. Mutige Piloten wollen vielleicht den Rand des bekannten Universums erkunden, andere treiben lieber friedlich Handel und wieder andere schießen friedliche Händler am liebsten zu Weltraumschrott. Grenzen soll es im fertigen Spiel so gut wie keine geben.

Der Todesstern kann mich mal!

Bereit in die Weiten der Milchstraße einzutauchen, lege ich also los und logge mich in den Mehrspielermodus ein. Der Ladebildschirm flimmert kurz auf und zack … sehe ich meinen Desktophintergrund. Ein Verbindungsabbruch hat mich aus dem Spiel katapultiert. Macht nix! Beim nächsten Versuch läuft alles reibungslos und ich finde mich im All vor einer rotierenden Station wieder. Irgendwie hatte ich damit gerechnet zumindest in einer Station zu starten, wo man mir erstmal ein Getränk reicht und gleichzeitig die Steuerung erklärt. „Hey!“, denke ich mir, „Du hast den Todesstern mehrfach zerstört, dann wirst du ja wohl ein dir völlig unbekanntes Schiff mit völlig unbekannter Steuerung in einer völlig unbekannten Station landen können!“.

Station1

It’s bigger on the inside! Trotzdem muss man erstmal den Eingang finden.

Wie unglaublich falsch ich damit doch lag, denn Elite: Dangerous trägt den Titel Weltraumsimulation zu Recht. Die Triebwerke dröhnen in meinen Ohren, als ich den Schubregler des Schiffs langsam nach oben schiebe, das virtuelle Interface flackert dabei. Vor mir sehe ich wie die Steuerdüsen am Rumpf kurz aufleuchten, um den Kurs zu stabilisieren. Ich bewege mich langsam vorwärts, ein wenig mehr Schub noch, das Dröhnen wird lauter. Mit einem Klick auf die mittlere Maustaste schalte ich instinktiv in den Modus für freie Sicht. Mein Schiff gleitet an der gigantischen Raumstation vorbei, die Details sind so beeindruckend, dass ich beinahe vergesse nach der Einflugschneise zu suchen. Leuchtende Pylonen und Reklametafeln weisen mir schließlich den Weg zum Dock. Vor mir schimmert das blaue Kraftfeld, welches die Atmosphäre im Inneren der Station vor dem Entweichen schützt. Die Landeerlaubnis habe ich bereits über das Kommunikationsinterface angefordert, Plattform 34 ist frei, dort darf ich mein Schiff parken. Das Dröhnen der Triebwerke wird leiser, als ich den Schub drossele. Behutsam gleitet das Schiff durch das Kraftfeld, die Landeplattform ist bereits in Sicht, ich fahre das Fahrwerk aus. Wieder packen mich die Details, dieses Mal vom Innenleben der Station. Da sausen Fahrzeuge mit Fracht zwischen den Docks hin und her, über eine Lautsprecheransage höre ich eine Frauenstimme, die darauf hinweist vorrausschauend und langsam zu fliegen. „Pah, alles unter Kontrolle!“, denke ich noch, als plötzlich … WHOA! … HUCH! … OHA! …. NEIIIIIVERDAMMT! 

Um Haaresbreite weiche ich einem entgegenkommenden Spieler aus, der die Lautsprecheransagen anscheinend gekonnt ignoriert hat. Dabei kracht mein Schiff mit Schwung auf die Landeplattform. Es knallt, funkt und zischt, als die Schilde die Kollision abfangen. Mit Hilfe der Steuerdüsen bringe ich die Kiste zum stehen, der Dockvorgang setzt ein und die Triebwerke schalten ab. Mir steht der Schweiß auf der Stirn. Der Todessterngraben war ein Scheißdreck dagegen!

Anflug1

Anflug auf den Landebereich der Raumstation. Durch die ständige Rotation ist hier Fingerspitzengefühl gefragt.

Hyperraum-Reisen: Ein Erlebnis für Jung und Alt

Nach der Landung verbindet sich die Bordelektronik automatisch mit der Raumstation. Hier kann ich mir neue Schiffe kaufen, oder mein aktuelles aufrüsten. Außerdem kann ich Waren aus dem freien Markt kaufen und kleinere Missionen annehmen. Ich hätte gerne einen neuen fliegenden Untersatz, mein Konto weist dafür jedoch längst nicht genügend Credits auf. Ich schaue mir also die angebotenen Aufträge etwas genauer an: Im umliegenden Raumsektor wurden vermehrt Piraten gesichtet. Die lokale Ordnungsmacht würde sich über etwas Unterstützung freuen und lockt mit einem dicken Kopfgeld für denjenigen, der sich um die Bösewichte kümmtert. Gesagt, getan!

Das Abdocken verläuft weit reibungsloser als die Landung. Ich gebe mein Ziel in den Navigationscomputer ein und gehe auf Kurs. Mit einem Knopfdruck aktiviere ich den Hyperraumantrieb meines Schiffs. Ein Brummen macht sich breit, als der Generator den Antrieb auflädt. Per Countdown gibt mir der Bordcomputer zu verstehen, dass wir in 5 Sekunden auf Überlichtgeschwindigkeit gehen … 4 … 3 … 2 … 1 … ein Knall, um mich herum verschwimmt das Universum als der Autopilot übernimmt und mein Schiff durch den Hyperraum in Richtung des Piratennests steuert. Planeten, Monde, ganze Sternensysteme sausen am Cockpit vorbei als wären es Straßenlaternen während einer Autofahrt bei Nacht. Gänsehaut macht sich breit, das hat ein Spiel bei mir schon lange nicht mehr geschafft!

 

Hyperraum

Der Eintritt in den Hyperraum. Gänsehaut!

Ins Piratennest!

Am Ziel angekommen schalte ich den Hyperantrieb und wechsle auf Reisegeschwindigkeit, um nach den Piraten zu suchen. Dabei zeigt das Schiffsinterface ein unbekanntes Signal. Ich passe den Kurs an und halte auf mein Ziel zu. In meinen Augen glänzen vor Vorfreude auf das Kopfgeld schon die Dollarzeichen. Die Kleinkriminellen machen mir die Suche nicht schwer, denn kaum an der Quelle des Signals angekommen, blitzen auch schon die Schilde, als man mein Schiff unter Feuer nimmt. Ich habe die Zeit im Hyperraum kurz genutzt um mir die grundlegenden Tastenkürzel für den Kampf anzuschauen. Mit einem Druck auf T visiere ich den ersten Gegner an, der Bordcomputer zeigt eine Silhouette des Gegners und warnt, dass dieser die Waffen aktiviert hat. Ich könnte nun noch durch die Untersysteme seines Schiffs schalten, um beispielsweise seinen Antrieb zu zerstören. Die Mühe spare ich mir jedoch und aktiviere meine Waffensysteme. Diese fahren in Form von zwei Laserkanonen vor meinem Cockpit aus dem Rumpf auf.

Der Kampf verläuft recht einseitig, denn ehe er sich versieht, steht der Pirat plötzlich ohne Deflektorschilde da. Noch ein paar gezielte Treffer auf den Rumpf und das Kopfgeld gehört mir! Plötzlich ertönt ein Warnsignal und der Bordcomputer teilt mir mit, dass auch meine Schilde sich gerade in Luft aufgelöst haben. Die Dollarzeichen in meinen Augen haben mich so sehr geblendet, dass ich glatt übersehen habe, wie ein zweites feindliches Schiff hinter mir Position bezogen hat. Ich leite mehr Energie auf die Schildgeneratoren, das macht mich zwar langsamer, aber hauptsache ich komme hier lebendig wieder raus. Funken sprühen über die Steuerkonsole und auf dem Cockpit zeichnen sich erste Risse ab, als eine weitere Salve des Gegners meinen Rumpf trifft. In Gedanken verabschiede ich mich schonmal von meinem Schiff. Es hatte noch nichtmal einen Namen!

Kampf

„Pew! Pew!“ – Siegessicher machte ich dieses letzten Screenshot, bevor auch meine Schilde das Zeitliche segneten.

Retter in der Not

Plötzlich zeigen mir meine Sensoren einen weiteren Kontakt und unmittelbar vor mir fällt ein Schiff aus dem Hyperraum. Ein Blick auf das Kommunikationsinterface verrät mir, dass es sich um einen Mitspieler handelt. Dieser hat anscheinend schon etwas mehr Zeit in der Beta verbracht, denn gegen sein Schiff sieht meins aus wie ein Bobbycar neben einem Kampfpanzer. Er eröffnet das Feuer und nach ein paar Salven ist von den Piraten nur noch Schrott übrig. Ich bedanke mich über die Chatfunktion und logge meine Heimatstation in den Navigationscomputer ein. Bloß weg hier, bevor aus dem netten Retter vielleicht ein noch viel böserer Pirat wird, immerhin ist alles erlaubt. Schiff ausgerichtet, Hyperraumsprung in 5 … 4 … 3 … 2 … 1.

Nach dem nervenaufreibenden Kampf, der mich fast das Schiff gekostet hätte, fühlt sich der Anflug auf die Raumstation wirklich wie nach Hause kommen an. Ich bin erleichtert, als das Fahrwerk in die Landebucht einrastet und die Triebwerke langsam verstummen. Das Kopfgeld hat man mir übrigens gutgeschrieben, obwohl ich es eigentlich nicht verdient hätte. Davon fülle ich erstmal meinen Tank auf, denn jeder Hyperraumsprung kostet Sprit. Zum Glück ist interstellarer Treibstoff nicht so teuer wie unser Benzin, weshalb ich ein paar Credits zur Seite legen kann. Mein Schiff, mittlerweile stolz auf den Namen Pixelprise getauft, parke ich im Hangar. Sie dient mir in den nächsten Wochen als treue Gefährtin bei der Erkundung der restlichen Systeme. Zwar hat sie nach dem letzten Scharmützel den ein oder anderen Kratzer und eine Menge Beulen, aber wie sagt man doch immer so schön: Auf alten Schiffen lernt man Elite.

Anfluginnen

Trautes Heim! Im Inneren einer Station, auf der Suche nach Landeplattform 36.

Fazit

Das war er also, mein erster Flug durch die Betaversion von Elite: Dangerous. Ich muss sagen, dass das Spiel selbst in seinem frühen Zustand einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Ich kehre regelmäßig in meinen Hangar zurück, um weitere Missionen oder lukrative Handelsrouten abzufliegen. Natürlich ist noch viel zu tun, denn so toll die Grafik auch aussieht (und sie sieht wirklich verdammt toll aus), letztendlich kommt es doch auf den Inhalt eines Spiels an. Ob Frontier Development es wirklich schafft alle 400 Milliarden Sternensysteme interessant zu gestalten, bleibt abzuwarten. Die nächste Betaphase soll weitere Systeme für Spieler öffnen und den Schwerpunkt auf die Erkundung der Galaxie legen. Außerdem wird eine Bergbaufunktion eingeführt, die es Spielern ermöglicht Rohstoffe aus Asteroiden abzubauen. Wann diese Phase startet ist noch unklar, ich rechne aber spätestens Ende Oktober mit dem Startschuss. Wer sich für weitere geplante Features von Elite: Dangerous interessiert, dem empfehle ich einen Blick in diese Wiki-Seite zu werfen. Dort wird ausführlich erklärt, welche Inhalte Frontier noch plant bzw. schon bearbeitet. Ein Releasetermin für die finale Version des Spiels existiert leider noch nicht. Ich erhoffe und wünsche mir, dass das Team um David Braben nichts überstürzt und Elite: Dangerous genügend Zeit zum Reifen bekommt. Vor Star Citizen braucht sich Elite meiner Meinung nach nämlich jetzt schon nicht mehr zu verstecken.

 

Schiff

Klein aber fein: Das Raumschiff Pixelprise. Demnächst wieder unterwegs!