HATE: Gamescom Teil 1

Das Ventil.. Selten habe ich mich so sehr danach gesehnt wie heute. Also fange ich einfach mal an.

tumblr_maepspjEIx1r7wu0jo1_250

DISCLAIMER: MEINE FOLGENDEN SCHILDERUNGEN HABEN KEINE BEDEUTUNG FÜR DIE LIEBE DIE ICH MEINEN FREUNDEN UND KOLLEGEN AM MONTAG WIEDER ENTGEGENBRINGEN KANN. ODER SPÄTER SCHON. MAL GUCKEN. UND LEIDER IST KEINE DER NACHFOLGENDEN PERSONEN FREI ERFUNDEN.

Wir starten am Dienstag. Am Dienstag Morgen um genau zu sein. Frühes Aufstehen und danach letzte Sachen zusammenpacken und los, mit dem Zug nach Gifhorn, dem ersten Zwischenstopp unserer Gamescom-Reise. Auf dem Weg zum Bahnhof, sehr pünktlich, damit auch nichts passieren kann, ruft mich mein liebster Mitbewohner Philipp an. Er fragt wo sein Autoschlüssel sei. Ich antworte warheitsgemäß mit „In meiner Jackentasche. Ich hasse mich.“

Philipp nimmt also den Weg auf sich, möglichst schnell zum Bahnhof zu gelangen um seinen Autoschlüssel abzuholen. Ich bin mit dem besten Mitbewohner der Welt gesegnet. Danke dafür. (Dieser Punkt ist Montag definitv unverändert)

First Hate of GC: Ich, mich selbst.

René, Kon und Ich steigen in den Zug. Pünktlich. Alles gut, alles schick. Kon beginnt sein Sandwich auszupacken und verteilt den Belag des 30cm Monsters galant auf seiner gesamten Hose und umliegender Technik.

Second Hate of GC: Kon, sein Sub.

Die Fahrt geht glatt. Natürlich könnte man sich darüber beschweren dass die verkackte Deutsche Bahn auf der Strecke zwischen Uelzen und Braunschweig noch einen Zug, gefühlt aus Mitte der 20er Jahre, samt ähnlich alter Geruchskulisse, einsetzt – aber Nein. Schließlich hat doch bisher alles geklappt. Ging doch noch mal gut. Keine Aufregung. Voll supi werden dieser Roadtrip und die Messe.

Ich springe nun etwas weiter, weil mir das hier zu gut läuft…

_

Mittwoch, 04.30 Uhr – Der Wecker klingelt. Nothing more to say.

 

WIR FAHREN LOS – Eine halbe Stunde zu spät, aber wir fahren los. Alles klappt. René fährt und macht einen großartigen Job.
Und plötzlich sind wir in Köln. Vor der Messe. Und unsere Presseparkplätze sind vergeben. Alle werden etwas nervös. Ich sitze derweil schon ein wenig schmollend auf der Rückbank, weil ich sowohl mein BETTZEUG, als auch SÄMTLICHE OBERKÖRPERBEKLEIDUNGSSTÜCKE zuhause vergessen habe. Ich meine: WER DENKT DENN NICHT AN TSHIRTS? Das ist doch die verfickte erste Sache die auf jeder „Ich packe meinen Koffer“ Liste nach „UNTERHOSEN“ steht. Was für ein völlig grenzdebiler Vollnacken man sein muss um nicht daran zu denken? I proudly present myself. VOLLIDIOT.

Wir werden mit dem Wohnmobilmonster aufs Parkdeck gelotst und machen uns auf den Weg zum Presseschalter. Akkreditierung läuft trotz langer Schlange wie am Schnürchen. Hin da, Hallo ich bin Soundso und ich hab hier diesen Wisch, Ausweise Bla Bla – Piff Paff fertig.

Also los – Jetzt kann nichts mehr schiefgehen. Hallo Gamescom – Wir sind wieder da!

Der Scanner liest die Pressetickets nicht. Die Messefrauen sind überfordert. Der Fehler – das Ticket ist auf den letzten Drücker von uns zuhause mit dem Tintenstrahler ausgedruckt worden. Ergebnis: Barcode ist nicht lesbar. Man muss dazu sagen: DER BARCODE IST POPELIG KLEIN! Fuck it. Also nochmal anstellen (die Schlange hat nun das DREIFACHE Ausmaß) und zugeben: „Hallo wir sind Vollidioten die Barcodes mit Billig-Tintenstrahlern drucken.“ DOPPEL FUCK IT.

Messe ist top. Das einzige was fehlt – das Anschlusskabel für die zweite Kamera. Der gekaufte Kartenleser, der dieses Problem beheben sollte – KAPUTT. Also bewege ich mich los. Weg von der Messe. In die Kölner Innenstadt, oder wie auch immer man es nennen will. Kabel kaufen. Zwei Fotoläden mit großem „CANON“ Schild über der Tür erwiedern auf meine Frage nach dem Kabel nur: „Müssen wir bestellen. Dauert 2 Tage. Aber mal ehrlich: Wer hat denn sowas?“ – WER SOWAS HAT? VIELLEICHT EIN LADEN DER SICH AUF KAMERAS SPEZIALISIERT HAT UND DER GROSS DAMIT WIRBT DASS ER NEN PLAN VON CANON HAT DU GESCHEITERTER HOBBYFOTOGRAFEN-„GUCK MAL HIER SIND WASSERTROPFEN AUF BLUMENBLÜTEN“-FLACHWICHSER.

Media Markt sagt auch Nein. Dann fickt euch doch. Kartenleser Nummer 2 muss her. Im Einkaufszentrum kaufe ich mir auch direkt neue Tshirts.

Die Jungs sind derweil fleißig bei ihren Terminen, drehen Beiträge, halten Interviews und ich sitze in schwitzigen Kölner U-Bahnen und hasse.

Wieder da – wieder am Start. Alles wird gut. Termin? Nö, hab ich heute keine mehr. Also ist doch alles gut. Bald ist Feierabend. Dann mit dem Wohnmobil zum Stellplatz und anfangen zu Schneiden, zu Tippen und zu Podcasten. Easy, wir haben ja Bier und gute Laune. Hah.

Der Wohnmobilstellplatz hat keine Adresse. Neben der fürchterlichsten GIF-ANIMATION-GELBER-HINTERGRUND-BAUKASTEN-90er-WEBSEITE ist der Betreiber nicht in der Lage eine Wegbeschreibung auf dieses Prachtstück zu schreiben, die einem weiterhilft, wenn man kein Kölner ist. WAS WEIß ICH AUS WELCHER RICHTUNG DES RUHRPOTTS ICH GERADE KOMME UND WAS DAS FÜR EIN HOCHHAUS IST, DAS DU DA IN ANFÜHRUNGSZEICHEN GESCHRIEBEN HAST, AB DEM DER WEG VOLL EASY IST UND SO. DU BIST EIN BLÖDES ARSCHLOCH, WOHNWAGENSTELLPLATZMANN.

Lange verfahren, endlich gefunden. Unser Stellplatz ist noch reserviert und wartet auf uns. Geil. Parken, Strom ran und los!

Strom ran. Von unserem Stellplatz ist keine der Stromsäulen mit unserem Kabel zu erreichen. Uns fehlen 3 Meter.
Also alles auf Anfang. Wohnmobil raus, umdrehen, Wohnmobil nen Meter näher ran und mit der Steckdose Richtung Stromsäule.

UNS FEHLEN 20 ZENTIMETER. AAAAAARRRRRRRRGH.

Freundlicher Nachbar hilft uns aus, fährt nach 2 Stunden weg, wir nehmen seinen Stellplatz und er überlässt uns sein übriges Stromguthaben. Feiner Kerl! Danke, falls du das liest. Hah.

Es lääääääuft. Wir können endlich loslegen. Nichts klappt, aber das kennt man ja. Wir streiten uns. Immer mal wieder. Wir führen ein „Safety Word“ ein, das man sagen muss, wenn man es wirklich nicht mehr lustig findet und Gefahr läuft dem Gegenüber in die Schnauze zu hauen. Es lautet „Banane„.

Dieses Wort soll unser neues Mantra werden.

Wir werden nicht fertig. Sind alle seit 20 Stunden wach und haben einen anstrengenden Tag hinter uns. Aber wir müssen doch noch Podcasten. Bevor wir den Kram aber aufbauen können, muss der andere Kram weg. René und Claus schneiden noch Beiträge fertig. Also warten wir. Die Müdigkeit zermürbt mich. Ich liege quer über Fahrer und Beifahrersitz und versuche wach zu bleiben. Es verzögert sich. Immer weiter. „VERFICKTE SCHEISSE, WERDET MIT EUREN BEITRÄGEN FERTIG“ geht es mir durch den Kopf. Immer und immer wieder. Niemanden von den Anwesenden trifft die Schuld. Die liegt ganz allein beim Kameraladen-Penner und dem Wohnmobil-Wichser.

– Es folgt ein weiterer Teil. Da könnt ihr euch so VERFICKT sicher sein. –