Stapel der Schande: Final Fantasy VI (Teil1)

Lange Stand es neben Grandia und FFVII in meinem Regal. Doch endlich, zu einer Zeit, in der es eine Playstation 1 in mein Heim geschafft hat, kann ich beginnen meinen PS-Stapel der Schande abzuarbeiten. Der Stapel der Schande besteht aus allen Titeln, die es verdient haben gespielt zu werden, allerdings aufgrund Zeitmangels warten mussten. (Diesen Stapel habe ich natürlich auch noch für alle andere Konsolen und ihr könnt mir erzählen was ihr wollt: Ihr habt ihn auch!)

Viele werden sich fragen: Warum denn die Playstation-Version? Das Spiel kam doch ursprünglich für das SNES raus und wurde für den GameBoy re-released. Außerdem hat die PS-Fassung lange Ladezeiten und ist technisch an sich schlechter! Ich muss zugeben: Ja, es stimmt. Die Ladezeit nach einem beendeten Kampf ist zwar nicht schrecklich lang, doch ich befinde mich oft der Schmerzgrenze. Jeder Kampf ist eine kleine Qual, nicht weil er keinen Spaß macht, doch durch die vielen Random-Encounters und den zusätzlichen schwarzen Ladebildschirmen vergehen schon gefühlte 3 Minuten um 2 Monster um die Ecke zu bringen. Doch was für die PS-Fassung spricht, möchte ich Euch nicht vorenthalten:  Auf der Playstation spielt man die ungeschnittene Fassung! Außerdem gibt es einige Rendersequenzen in gewohnter FF-Manier zu bestaunen und einen umfangreichen Monsterkatalog. Da wurde der Speicherplatz der CD für kleine Gimmicks genutzt.

Viel habe ich von der Story noch nicht mitbekommen. Ich habe jetzt 4 Stunden gespielt und möchte meine Eindrücke mit Euch teilen. Wie kommt ein Spiel von 1994 in heutiger Zeit an? Ist der Spielspaß-Faktor immernoch so hoch wie früher? Ich bin gespannt.

Was ich an Inhalt bisher aufschnappen konnte beschränkt sich auf ein böses Imperium, welches mit der „Magitek“ eine recht starke Waffe besitzt. Es ist hinter Terra (der Hauptfigur) her, die Magie verwenden kann und vermutlich zur Hälfte ein Esper (Magiewesen) ist. Zumindest kann sie zu Espern Kontakt aufnehmen. Mit Hilfe von Locke, Edgar und Sabin flüchtet sie und wird sich wahrscheinlich dem Imperium stellen, um es zu besiegen.

Bis jetzt konnte mich FFVI jedenfalls dazubringen jeweils 2×2 Stunden am Stück zu spielen. Beim ersten Anspielen hätte ich wahrscheinlich gern schon nach einer Stunden aufgehört, allerdings zwingt die rare Verteilung an Savepoints den Spieler zumindest immer bis zum nächsten Savepoint weiterzuspielen. Doch das soll nicht heißen, dass es mir keinen Spaß gemacht hat. Zwar ist man die ersten Stunden lediglich damit beschäftigt Begriffe, Dialoge und Bilder sinnvoll zu einem Story-Konstrukt zu kombinieren und die Party zu komplettieren, doch mit der Zeit kommen einige Aha-Momente  und der Spieler bereist auf eigene Faust die Welt von FFVI. Wer die ersten 4 Stunden „Arbeit“ investiert hat, wird mit mächtig Spielspaß belohnt. Schon jetzt bin ich im Grind-Sumpf gefangen und kämpfe wie bekloppt, um meine Charaktere aufzuleveln. Zudem kann man schon sehr früh auf Chocobos reiten, um die Weltkarte schneller zu erkunden, was einen fancy 3D-Effekt mit sich bringt.

Zu den wichtigsten Aspekten eines guten Rollenspiels gehört wohl das Kampfsystem. Ich habe mich lange nach einem klassichen JRPG gesehnt, welches ich jetzt mit FFVI gefunden habe und nachhole. Fight, Magic, Tools, Items, (irgendwann sicherlich noch die Beschwörung von Ersper) und Spezialattacken wie Sabins „Blitz“ sind die Kampfbefehle, die man sowohl gegen die Gegner als auch auf sich selbst anweden kann. „Fight“ ist leicht erklärt: Man greift mit der gekauften und gefunden Waffe an. Trägt man eine Waffe, verbessert sie den Angriffswert des Charakters um einige Punkte. Magie kann bisher nur Terra benutzen. So kann sie mit „Fire“ dem Gegner einen ziemlich hohen Schaden zufügen oder mit „Cure“ bzw. „Antidot“ Partymitglieder heilen oder entgiften. Tools sind im Shop zu erwerben und ermöglichen einigen Charakteren Angriffe wie den „Bio-Blaster“. Dabei versprüht ihr im Kammerjäger-Stil Giftgas und trefft mehrere Gegner gleichzeitig. Items erklären sich hoffentlich von selbst. Spezialattacken stehen in Verbindung mit einer bestimmten Tastenkombination. Wählt die Attacke aus, drückt beispielsweise „links, rechts, links, X“ und schon führt euer Kämpfer einen coolen Move aus. Jede Attacke hat dabei eine eigene Tastenkombination. Tippt man diese falsch, passiert einfach gar nichts.

Die Weltkarte scheint recht groß zu sein, allerdings bietet sie pro bereisbaren Kartenabschnitt nur wenige Orte, die man besuchen kann. Das kann sich im Spielverlauf auch noch ändern, doch bisher wurde ich sehr linear durch meine Fantasy-Umgebung geleitet. An die Schönheit eines Zelda: A Link to the Past (von 1991 bzw. 1992 in EU!) kommt die Grafik allerdings nicht ran. Die Oberwelt wechselt zwischen Berg,- Gras-, Wasser- und Sand-Pixelquadrate und bietet bis jetzt wenig Abwechslung. Auch die Dungeons und Städte haben einen recht geringen Detailgrad und ein Bücherregal oder Tisch gleicht dem anderen.

Final Fantasy 6 ist mit Sicherheit kein perfektes Spiel, doch es hat trotzdem eine große Fanbase. Viele Spieler zählen FFVI zu den besten 3 Final Fantasys, die sie gespielt haben. Ob das bei mir auch der Fall sein wird, werden wir sehen. Das Spiel zieht mich jedenfalls in seinen Bann und ich merke schon jetzt, wie ich lieber vor der Konsole sitzen würde als diesen Artikel zu schreiben… Hm. Dann sage ich mal: Bis zum nächsten Teil,

Euer René