Trials Evolution: Suchtgefahr!

Kippen und Alk sind da nichts gegen!

Ich habe mir einfach aus dem Bauch heraus für 1200 Microsoftpoints den neuen Titel von RedLynx besorgt. Die früheren Trials-Spiele haben es mir nicht so sehr angetan. Höchstens auf dem Smartphone als Zeitvertreib. Aber so richtig gekickt wurde ich nie.

Jetzt hat das Ubi-Soft Studio es aber geschafft: Seit langem komme ich mal wieder von der Uni nach Hause und setze mich sofort vor die Konsole. Nicht weil das Gameplay super innovativ ist, oder das Genre an sich neu erfunden wird – nein. Es ist die Wucht, mit der Trials Evolution um die Ecke kommt. Jedes Level eine Steigerung, jeder Sprung ein paar Meter weiter, jeder Looping ein wenig größer. Die Steuerung ist, meiner Meinung nach, die beste im 2D-Crossbike-Genre, auch wenn sie ein wenig zu sensibel reagiert. Sehr oft hat mein Fahrer wegen der kleinsten Bewegung den matschigen Boden geküsst oder ist in einen Tiefen Abgrund gestürzt. Auf die Fresse zu fliegen ist dabei gar nicht so schlimm, da die Checkpoints in den Leveln sehr fair gesetzt sind.

Was Trials Evolution zu einer besonderen Erfahrung macht, ist die Vielfalt, die das XBL Arcace Game bietet: Es gibt so einige verschiedene Streckentypen und Umgebungen; seien es Lagerhallen, Waldgebiete, Wüstenregionen oder am Hafen. Auch hoch in der Luft oder in einem Level mit Limbo-Setting brettert man die Pisten hoch und runter. Dass Trials Evolution so wuchtig rüberkommt liegt auch an den Hintergrundanimationen: Ständig explodiert irgendetwas, die Sonne geht auf/unter, die Strecke verändert sich oder beginnt sich zu drehen und durch die halbe 3D-Optik sind auch Kurvenfahrten möglich.

Leider gibt es keine Tricks (bis auf die Front- und Backflips), doch die vermisst man bei dem actiongeladenen Geschehen auch nicht wirklich.

Das Spiel ist nicht überaus schwer, doch es fordert mit Sicherheit auch geübte Spieler, in jedem Level die Goldmedaille zu holen. Dazu darf man meist nicht einmal hinfallen und muss ein Zeitlimit einhalten. Ich habe mir vorgenommen in jeder Stage mindestens die Silbermedaille zu gewinnen, damit ich sowohl ein Erfolgserlebnis habe, als auch viel vom Spiel sehen kann.

Genug zu tun gibt es jedenfalls. Neben dem Multiplayer-Modus, den ich mit Tim ausgiebig testen werde, kann man sogar seine eigenen Strecken bauen. Das habe ich zwar noch nicht ausprobiert, aber ich werde im Cast darüber berichten. Zudem kann man auch Klamotten seinen Fahrers ändern und die Lackfarbe seiner freigeschaltete Bikes anpassen. So hat jeder seinen individuellen Charakter mit farblich passenden Crossesel.

Ganz ohne Bugs kommt das Spiel allerdings nicht aus. Oft laden Texturen nach oder man kann ’nen gefühlten Kilometer komplett nach hinten gekippt auf dem Hinterrad durch den Matsch brettern. Erst wenn der Kopf auch wirklich aufschlägt, erscheint ein gelber „Crash“-Textblock. Fällt der Fahrer mal vom Bike, dann zappelt er oft auf dem Boden herum. Das ganze erinnert mich ein bisschen an die Hall-of-Meat der Skate-Serie. Auch dort krepeln die Körper der Skater auf dem Boden herum, als hätten sie einen epileptischen Anfall.

So viel zu Trials. Für’s Erste. Wer nicht auf Crossbikes steht: Es gibt auch die Möglichkeit als Ski-Fahrer die Pisten zu erobern!

Quelle Bilder