Prey

BioShock goes to Space – Prey

Bethesda hat auf der Gamescom 2016 einige zuvor unveröffentlichte Gameplay-Szenen aus dem 2017 erscheinendem Prey im Gepäck. Selbst anspielbar war der Titel leider nicht, das Gezeigte konnte uns aber zumindest einen kleinen Eindruck dessen vermitteln, an dem die Arkane Studios (Dishonored) gerade arbeiten.

In Prey schlüpfen wir in die Rolle des Menschen/Produkts äußerst dubioser Forschungsprojekte Morgan Yu. An Bord der Raumstation Talos 1 werden verschiedene Experimente an uns durchgeführt, hierbei wird schnell klar, dass diese nicht nur positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. Jedoch kommen einige der durch diese erworbenen Fähigkeiten uns in der Lage, in der wir uns aktuell befinden, sehr gelegen. Die Station, auf der wir uns aktuell befinden, wurde nämlich von einer Horde äußerst böswilliger Außerirdischer überrannt. Damit wir nicht als deren Beute (“Prey”) enden gilt es, unsere Fähigkeiten sowie die zur Verfügung stehenden Waffen geschickt einzusetzen.

Zu Beginn der Präsentation steht Yu als Waffe lediglich ein Schraubenschlüssel zur Verfügung. Mit diesem gilt es sich gegen die so genannten Mimics zu verteidigen. Hierbei handelt es sich um eine kleinere Variante der Aliens, die in der Lage sind, verschiedenste Formen anzunehmen. So kann hinter jedem Besen, jeder Leiche und jedem noch so unscheinbaren Tierchen ein heimtückischer Feind stecken. Die kleinen, schwarzen Wesen, die etwas wie ein von Rauch umgebener Schatten aussehen, sind jedoch leichte Beute und stellen im Normalfall kein Problem dar.

Prey

Die bisher gezeiten Gegnertypen sind sich optisch sehr ähnlich.

Die Fähigkeit der Mimics, sich als alles und jeder auszugeben, ist jedoch nicht exklusiv den kleinen Aliens zur Verfügung. Auch Yu selbst kann einige spezielle Fähigkeiten der Außerirdischen annehmen, so auch diese spezielle Art der Tarnung. So ist es beispielsweise möglich, in der kompakten Form einer Tasse sonst unzugängliche Gebiete zur erreichen oder sich als Blechdose unentdeckt  an Gegner vorbei zu rollen. Weitere Kräfte (Neuromods genannt) lassen sich durch experimentelle Spritzen erwerben, die der Protagonist sich in das eigene Auge injizieren muss. Hier tut sich eine der nicht gerade wenigen Parallelen zu BioShock auf.

Neben den Mimics wird ein weiterer, um einige Stufen größerer Alien gezeigt, dessen Look zwar relativ ähnlich dem seiner kleinen Kollegen ist, jedoch hält der raumhohe Gegner deutlich mehr aus. Hier ist geschickter Einsatz der vom Spiel gebotenen Waffen und Fähigkeiten nötig, um an einem Stück aus der Auseinandersetzung hervor zu gehen.

Als so genannte “Signature Weapon”, also die Waffe, die einzigartig für Prey sein soll, steht die Gloo Gun zur Verfügung. Hierbei handelt es sich – wie der Name bereits andeutet – um ein Gewehr, mit dem wir unsere Feinde quasi mit Sekundenkleber überziehen können. In diesem Zustand ist es ein leichtes, die verklebten Überreste zu zerschlagen, als wären sie schockgefrostet worden. Jedoch bietet die Klebepistole noch weitere Features, so gibt es auch eine Schockwelle, mit welcher mehrere Kleber-Feinde auf einmal gesprengt werden können. Auch ist es uns mit ihr möglich, eine Treppe aus festem Kleber zu bauen um so eine höhere Ebene zu erreichen.

Ebenfalls interessant ist die Recycling-Granate. Diese zerlegt sämtliche nicht-organische Objekte in ihre Einzelteile, die wir daraufhin einsammeln und an Crafting-Stationen zu neuen Items weiterverarbeiten können. Hierbei kann es sich um frische Granaten oder aber Objekte handeln, die wir zum Erfüllen einer Mission brauchen. Auch lassen sich robotische Feinde, wie beispielsweise Wach-Drohnen so schnell und sauber zerlegen.

Die Raumstation Talos 1 ist komplett frei begehbar, auch wenn sich einige Bereiche natürlich nur mit bestimmten Waffen, Gegenständen oder Zugangskarten betreten lassen. Neben dem großen Innenbereich lädt auch der Weltraum rund um Talos 1 zum Erkunden ein. Hier bietet sich ein Gürtel rund um die Station, den wir in der Schwerelosigkeit frei erkunden dürfen.

Prey macht einen durchaus interessanten Eindruck, leider bin ich persönlich insoweit von der Präsentation enttäuscht, dass der Titel für mich viel zu stark nach BioShock im Weltraum aussieht. Vom 2006 erschienenem Original ist außer dem Namen nicht mehr viel übrig geblieben, die Rollenspiel-Elemente inklusive Skilltree sehen zwar nett aus, führen den Titel allerdings auch deutlich von seinen Wurzeln als geradliniger Sci-Fi-Shooter mit einigen frischen Ideen weg. Unterm Schnitt machte die Präsentation den Eindruck, dass sich Arkane eher an Fans von BioShock oder System Shock wenden will als an Fans klassischer Shooter. Das soll jetzt nicht heißen, dass Prey wie ein schlechtes Spiel aussieht – nur leider nicht wie die Fortsetzung, die ich mir erhofft hatte.